Geheime Mitmach-Sache: Archiv für Eure besten Blog-Beiträge?

Den Pudding an die Wand nageln, das wärs doch! Die Idee: Ein Archiv für Eure besten Blog-Beiträge, thematisch sortiert, mit Intro und Link zu Eurem Blog. Die richtig guten, die lieb gewonnenen, die aufwendigen Blog-Beiträge meine ich. Kein Dauer-Stream. Keine Automatismen. Keine Status-Updates. Handverlesen, von Euch. Was meint Ihr?

 

Was bisher geschah…

Vorige Woche schaute ich mal wieder auf dem textbasis.blog von Sebastian Schmidt vorbei. Hier lese ich regelmäßig, was der Lektor Sebastian zur Sprache und zum Schreiben zu sagen hat. Dabei gelangte ich auf den „Gastbeitrag der Textbasis im Autoren-Newsletter ‚The Tempest‘“. Klar, ein Newsletter ist eine feine Sache, finden ausgewählte Beiträge so zu mehr LeserInnen. Im Kommentar schweifte ich dann etwas vom Thema ab: Was wäre, wenn es ein wirklich funktionierendes Artikel-Verzeichnis für all unsere wirklich guten Blog-Beiträge gäbe? Sowohl zum Konservieren der eigenen als auch zum Aufspüren anderer Blog-Artikel. Sebastian erwähnte dann ein Projekt der Deutschen Nationalbibliothek zur Sammlung von ‚Netzpublikationen‘. … warm! Die Schriftstellerin Eva Bali fügte http://stories-and-places.com hinzu, eine Seite, auf der AutorInnen ihre Geschichten auf einer Landkarte verlinken können. … heiß! Guckt Euch das mal an, super! So etwas meine ich, nur für meine Belange eben ohne Karte.

Vom Verpuffen
Manchmal ist es schon komisch. Da verbringe ich Stunden mit dem Verfassen eines Blog-Beitrags, bin mit dem Ergebnis recht zufrieden, doch irgendwie verpufft alles. Schade eigentlich, war doch ganz passabel. Gut, auf ein Neues. Und weg ist das Schätzchen, verschwunden in der eigenen Timeline. „Go-Go-Gadget-o Beitrag weg“. Suchmaschinenoptimierung hin oder her, meine Themen sind selten mainstreamig, meist auch noch ziemlich heterogen. Momentan ist etwa Social Media mein Thema, wird nicht alle LeserInnen und AutorInnen interessieren. Es ergibt sich eben so. Es ist nun mal mein Tante-Emma-Laden. Wie gesagt, ich habe keine Ziel-, sondern Dialoggruppen. Was mich beschäftigt, darüber schreibe ich und wenn Gespräche draus hervorgehen, habe ich mein Ziel erreicht. Wer kocht schon gern allein?!

Vom Suchen
Die andere Seite der Medaille: Wenn ich nach einem bestimmten Thema suche, macht Google mir das Finden nicht gerade leicht. Am liebsten lese ich inzwischen Blog-Beiträge. Es ist der eigene Charme der Artikel, die Sprache, das Persönliche. Klassische Fachbeiträge suche ich nach wie vor im papiernen Buch, ein anderes Genre. Die Suchmaschinen folgen ihren Regeln, die selten die meinigen sind. Mühsames Unterfangen. Mehr Zufallstreffer denn systematische Suche. Blog-Beiträge haben oft eine  eigene Sprache, eine eigene Logik. Und klar lese ich regelmäßig meine liebsten Blogs. Auch hier finde ich viel Interessantes, Inspirationen, Schmunzeliges. Doch ganz ehrlich, soooo weit zurück gehe ich in der Timeline selten.

Vom Finden
Meine Blogs im Reader sind häufig Zufallsfunde. Die wordpress.com-Varianten sind für mich am besten zu handhaben, weil hier Rückmeldungen am einfachsten sind. Usability und so. Doch ich will mehr! Blogconnect und Bloglovin habe ich eingerichtet und dabei blieb es auch. Für mich zu umständlich. Facebook? Mein ungeliebtes Stiefkind. Inzwischen speichere ich mir gute Beiträge mit Evernote, aber bei der konkreten Blog-Artikel-Recherche hilft das nicht immer. Themen kommen und gehen – auch in meinem Kopf. Um Aktualität geht es mir hierbei weniger, weshalb auch Echtzeitsuchen bei Twitter genauso unbrauchbar sind wie auf Google.

Mein Märchen vom Verzeichnis lesenswerter Blog-Artikel
Wenn ich mir hier im Netz etwas wünschen dürfte, dann wäre es dieses funktionierende Artikel-Verzeichnis. Ausschließlich für Blog-Beiträge. Die Rechte blieben allein bei den AutorInnen und BloggerInnen selbst. Es würde lediglich eine Überschrift, eine Kurzzusammenfassung des Beitrags und einen Link auf die Artikel geben. Sortiert wären die Beiträge durch Kategorien und Schlagworte. Keine Timeline. Sebastian hat zur Visualisierung eine Wortwolke vorgeschlagen. Hach ja… Angegangen werden könnte dies etwa über eine Community, sodass sich Kategorisierungen selbst entwickeln würden. Schließlich muss jeder für sich entscheiden, welche Beiträge er einstellt – es sollen gerade nicht alle sein, sondern die Goldstücke. Die Beiträge, die einfach nochmal jemand lesen und vor allem finden sollte. Da ich es als unkommerzielles Unterfangen denke, müssten jedoch viele mitmachen, moderieren und bestimmt auch miteinander diskutieren.

Mitmachen?
Was meint Ihr? Verlinkt Ihr Eure Beiträge in Artikel-Verzeichnissen? Sucht Ihr dort auch? (Ich habe hier… eine Liste von Artikel-Verzeichnissen gefunden, doch was ich suche, ist nicht wirklich dabei.) Meint Ihr, die Blogosphäre braucht sowas? Würdet Ihr mitmachen wollen? Würde sich der Aufwand lohnen? Oder gibt es all das schon? Egal wie und wo, ich wäre dabei!

„In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat,…“ (Gebrüder Grimm)

Ich bin echt gespannt, was Ihr dazu meint! Und falls Ihr selbst einen Beitrag zum Verschwinden, zum Suchen und Finden oder zum Gefundenwerden im Sinn habt, freue ich mich über einen Link zu Euch und trage diesen sehr gern hier nach!

Franziska

14 Kommentare
  1. Hallo Franziska,

    mir gefällt die Idee! Und ich würde mich einer solchen Community auch anschließen. Ich gebe zu, dass auch ich schon lange aufgegeben habe, nach geeignetem Lesefutter im Netz über Artikelverzeichnisse Ausschau zu halten. Ach, ja, zum Thema Kartendarstellung, um Artikel zu finden, kann ich nur sagen, dass ich froh bin, dass nicht nur ich diese Form der Darstellung nicht mag. Ich mag sie nicht, weil man sie im Blindflug in der REgel immer noch nicht nutzen kann, ob man nun Fensterprogramme oder Äpfel nutzt.

    Liebe Grüße

    Christiane (Texthase Online)

    • Hallo Christiane,

      schön, Dich hier zu lesen! Die Idee vom ‚Artikel-Archiv‘ ist für mich tatsächlich ein Träumchen, doch der Aufwand scheint enorm. Vielleicht besteht ja auch gar kein größerer Bedarf, vielleicht gibt es schon welche, vielleicht braucht sowas auch keiner… Für mich ein großes Rätsel, weswegen ich mich auch über jede Reaktion freue. Die Artikelverzeichnisse, die ich gefunden habe, sind entweder nicht mehr ‚gepflegt‘, nicht sinnvoll und ernsthaft ‚befüllt‘ und meistens auch ziemlich mit Werbung überfrachtet, wobei der Sinn der Sache leicht zu erraten ist.
      Was die Karten-Variante anbelangt, finde ich diese grundsätzlich gut. Doch meine Interessen lassen sich eben schlecht räumlich zuordnen. Dass Du diese gar nicht nutzen kannst, ist freilich sehr bedauerlich. Gäbe es denn (technische) Möglichkeiten, dass auch Du einen Zugang hättest? Ich glaube, Barrierefreiheit wird häufig vergessen, weil eben nicht viele Ahnung von den Möglichkeiten und Grenzen haben (mich leider inbegriffen). Kannst Du zum Beispiel etwas mit Tag-Clouds anfangen oder kann das Deine Software gar nicht zuordnen? Da bleibt nur, kräftig von Dir zu lernen!
      Liebe Grüße
      Franziska

  2. Ja, eigentlich eine gute Idee. In Ansätzen gab es so etwas schon mal. (Eines, was mir so einfällt, waren mal die „Netzpiloten“, glaube ich: Zusammenstellungen von Seiten zu Themen, die dem Unsicheren eine Orientierung bieten wollten.)

    Aber ich glaube, es wären mit Blogseiten sowohl der Beiträge wie der Themen (wie der anfänglichen Mitmach-Energien und Eitelkeiten) irgendwann wieder schlicht zu viele. Und außerdem hat ja ein Jeder auch noch ein anderes (ihm nicht mal klares) Bewertungssystem. Und wer – wenn nicht wieder eine mentale „Cloud“ – wird die Hoheit darüber ausüben? Dann läuft es auch eine Reproduktion selektiver, letztlich wieder an der eigenen Unschärfe arbeitenden Effekte hinaus.

    Deinem Ungenügen an Google und Co. stimme ich zu. Für mich, gefühlt, ist Google sogar schlechter geworden. Aber das hat natürlich vor allem mit meinem Bewertungssystem zu tun. (Abgesehen davon, dass die Bewertung des Suchergebnisses selber wieder innerhalb der Themenfächerung kontextabhängig ist, das zeigt schon ein winzige Variablenänderung.)

    Und ich habe festgestellt, dass die Bewertung der Meisten, also derjenigen, nach denen sich das Ranking organisiert, eher selten meine ist. Liegt natürlich an mir: Mich interessiert eben oft eher das noch Entlegenere (weshalb ich mich häufig bis zur 10 Trefferseite und darüber hinaus durchhangeln muss). Aber ist in seinen Netzspuren nicht jeder ein solches Ich?

    Nur mal für den Hintergrund. Ab ca. 2005 hatte ich an die 5 Jahre, in denen ich fast täglich bloggte – und nach meinem Gefühl sind dabei sehr gut Texte entstanden (in dem Sinne, dass sie mich in mehreren Belangen heute noch überzeugen: Ich sage das, was ich meine – und das auch noch auf ansprechende Weise). Einen Teil konnte ich in der literarischen Arbeit wieder- und weiterverwerten, es sind Themenzentren damit deutlich geworden, ich habe Sammlungen und weitere Verdichtungen daraus erarbeiten können … (Ich plane, ein paar Sachen demnächst als Epub anzubieten.) Nur, ob sie dabei auch für andere annähernd erhellend waren, weiß ich nicht. Oft habe ich aber enthusiastische Rückmeldungen erst später bekommen, als jemand anderes die Relevanz sozusagen erst herstelle. (Ich habe meine Blogs damals immer online stehen lassen, aber wollte sie nicht verwaisen lassen.)

    Trotzdem war ich ein Fürsprecher des Wissens aus der Blogosphäre. Das hat sich ziemlich geändert. Ich lese nur noch hoch selektiv. Entweder findest es gerade nicht mein Interesse. Oder ich habe für das Thema schon eine andere, höherwertige Quelle. Oder das Me-too-Geschreibsel Meinung-Deinung-Seinung fügt den bestehenden Äußerungen nichts weiter hinzu.

    Was ich sagen will: Ich denke, ich operiere bei dem Thema hochbewusst. Sehe aber in neuerlichen Best-ofs eher wieder nur neue Effekte des eh schon starken Mainstreamings der Dinge, die man einmal gerade in der Blogosphäre, so meine Wahrnehmung, eigentlich überkommen wollte.

    Anders mag es mit harten, fundierten, immer schon evaluierten Sachthemen sein. Da sind aber auch oft professionellere Schreiber am Werk, die auch Verwertungsbewusstsein ihrer Arbeit haben und das zu recht auch „verfolgen“.

    Na ja, so weit erst mal: So sehe ich es. Bin gespannt auf weitere Äußerungen.

    • Hallo Rainer,

      wo soll ich nur anfangen… Die Netzpiloten: Stimmt, habe sie mir gerade nochmal angeschaut, kommt mir persönlich dann doch etwas ‚elitär‘ daher – zumindest hinsichtlich meines Artikel-Märchens.
      Google wird immer schlechter: Abgesehen davon, dass sowieso früher vieles besser war ;), habe ich genau diesen Eindruck letztens auch mal irgendwo geäußert. Ich schiebe es ja auf die ganze SEO, vielleicht waren meine Themen ‚früher‘ aber auch spezieller und damit weniger ‚überfrachtet‘.
      Individuelle Auswahl: Ja klar, indem jeder selber entscheiden müsste, was er zum ‚Goldstück‘ kürt, wird es kein ’scharfes Profil‘ geben. Muss es vielleicht aber auch nicht. Zum einen wird ja bereits eine Auswahl getroffen (die guten ins Töpfchen), zum anderen würde ich dieses Problemchen erstmal über Schlagworte und Kategorien angehen. Ich denke, damit dürfte man ein Stück weit kommen. An tausende Einträge denke ich ja (noch :)) nicht. Der Größenwahn käme wohl erst mit dem Erfolg.
      Wow, 2005 lese ich, nee, da war ich noch nicht so weit. Der Sinn des Ins-Internet-Schreibens für einen selbst besteht zweifelsohne. Gerade bei sehr ‚persönlichen‘ literarischen Ergüssen ist es meist mehr der Prozess als ein dialogisches Mitteilen. Aber der eine oder andere davon gehört doch vielleicht ‚zentral aufbewahrt‘, um vielleicht auch anderen Anschlussmöglichkeiten zu geben, nicht? Wenn ich Dich richtig verstanden habe, wurde ja auch einer Deiner Texte später ‚ausgegraben‘. Das meine ich auch mit den ‚Zufallsfunden‘ – das zufällige glückliche Finden könnte einem doch auch einfacher gemacht werden, nicht? Freilich, liegt immer im Kopf des Lesers.
      Best-of: Da verstehe ich Deine Bedenken voll und ganz! Hiergegen könnte ich mir vorstellen, dass eben ein Fehlen des aktuellen Bezugs, eines ‚Meinung-Deinung-Seinung‘ (wunderbar!!!), einer Timeline diesem in gewissem Maße entgegenwirken könnte? Ich habe deswegen auch vom ‚Archiv‘ gesprochen – ‚Kann das weg oder ist das Kunst?‘. 😉

      Vielen Dank für Deine Meinung! Vieles sehe ich genauso, doch irgendwie möchte ich mich mit dem aktuellen Stand (so, wie es sich für mich darstellt) auch nicht zufrieden geben… Als meine Themen noch fest umrissen waren, hatte ich auch meine verlässlichen ‚Anlaufstellen‘. Doch je breiter meine Interessen, desto öfter tappe ich in die SEO-Fallen und die Filets liegen irgendwo unterm Eis begraben… Grmpf.

      Beste Grüße
      Franziska

  3. ACR sagte:

    Da habe ich eine ganz andere Ansicht.
    Ein Verzeichnis wäre für mich uninteressant. Dahinein würde ich nie schauen, darin also auch nie suchen und nicht hin-rein-dazu-wollen.

    Überraschen lassen ist für mich so etwas wie ein Filter geworden, da ich sowieso nicht alles lesen kann. Der Tag ist zeitlich begrenzt und damit das Leben auch.

    Somit sind mir solche unerwarteten Geschenke wie Dein Hinweis auf -Textbasis- wesentlich wertvoller als ein Verzeichnis. Sowas fühlt sich für mich subjektiv immer wie ein Wühltisch an. „Das Gedränge“ unbedingt „hinzuwollen und dabeiseinsollen“ bietet nicht die Gewähr des Besten, sondern hat den Beigeschmack, „endlich mehr Leser zu finden zu können“. Für mich ist das wie Werbung, die ich auch anderswo wegklicke oder ausschalte. Wie es dem potentiellen Leser damit geht, ist wurscht, Hauptsache im Verzeichnis sein und bestenfalls das auch noch als Fliege um den Hals gebunden getragen, damit alle vom Dabeisein erfahren.

    Will ich lesen, lasse ich die absichtlich verzeichneten Links links liegen, die nehmen jeden, denen geht es nicht darum, tatsächlich erfasst zu werden. Erfassen- mit Sinnen – ist Lesen.

    Geht es beim Schreiben nicht ums Schreiben an sich? Kann dann nicht gelten: ich habe es geschrieben und in den Blog gestellt und nun gehört es jedem, der es findet?

    Ich habe Dich (Deinen Blog) gefunden- vor geraumer Zeit- und freue mich immer weider neu darüber. Durch Dich habe ich allerhand andere gefunden (manche auch wieder verlassen) und heute nun -Textbasis-.entdeckt. Durch Dich. Dich tausche ich niemals gegen ein Verzeichnis.

    Bald muss ich mir wiedermal selbst verdeutlichen, lesen ist nicht schreiben -. und es ist an der Zeit, neu zu filtern und zu entscheiden, wo ich nicht mehr lesen kann, weil ich Zeit zum Schreiben brauche.

    Mag egoistisch sein: Beim Schreiben bin ich mir nun mal der Nächste. Da kommt lange nichts und dann erst das Lesen.

    Beste Grüsse
    charlotte

    • Hallo Charlotte!

      Du beschreibst wunderbar, was ich hier im Blog-Getummel sehr schätze: Das Stolpern über, das Finden, das Bleiben wollen. Das möchte ich auch nicht missen.
      Doch wenn es ums Suchen geht, also ums Finden konkreter Themen, dann wünschte ich mir doch mehr, als die Suchmaschinen bieten können. Wie soll ichs sagen – nicht horizontal den Blogs entlang, sondern vertikal zu den Themen. Klingt vielleicht gestelzt, mir gelingt es nur gerade nicht besser. Das schöne an vielen Blogs ist für mich, dass nicht strikt einem Thema zugearbeitet wird, sondern dass Ideen, Themen, Schlagworte kommen und gehen. Denn ich meine, dass gerade Äußerungen von ‚Themenfremden‘ am kreativsten sind (und eben nicht so mainstreamig wie das Google-Influencer-Gesuche).
      Was Du hinsichtlich der ‚Werbung für den Blog‘ beschreibst, sehe ich ein bisschen anders. Ich gehe mal von mir aus: Momentan poste ich dienstags, dem scheinbar schlechtesten Zeitpunkt um überhaupt Gehör zu finden. Würde ich eine ‚mehr Leser‘-Strategie verfolgen, würde ich das freilich ‚optimieren‘. Doch darum geht es mir hier eben nicht. Mindestens ebenso egoistisch wie Du, poste ich einfach, wenn und wann ich es sagen möchte. Statistik hin oder her. So gar nicht strategisch, warum auch. Mit meinem Wunsch nach einem Linkverzeichnis sollen einfach die Karten neu gemischt werden (können). Soll heißen: Ein Gefundenwerden, nicht aus der Timeline heraus und ohne das, was ich sonst so ‚verzapfe‘. Erhoffen würde ich mir davon ganz neue, weil kontextunabhängige Perspektiven.
      Mal wieder sonnige Grüße aus Hannover
      Franziska

  4. Ich bin unentschieden. Wahrscheinlich braucht es einfach einen Versuch. Möglicherweise schließen sich Verbündete an, Literaten, SocialMedia-Profis, Naturwissenschaftler, Köche und Bäcker, Künstler… die jeweils auf ihren Gebieten solche Archive anlegen.

  5. ACR sagte:

    ich verstehe den Ansatz und die Absicht. Sowieso denke ich, jeder soll und muss tun, was er tun will, das zeichnet den aktiven Menschen aus.

    Ich habe nur einen anderen Ansatz und Blickwinkel.

    Nenne es Altersstarrsinn *** lache leise. Den erlaube ich mir mit Vergnügen.

    Es kann ja sein, ich habe andere Vorstellungen von „sowas“. Ich stelle mir vor, unzählbare Themen, Autoren von A-Z geordnet oder nach Alter, Schuhgrösse (Ja- das mache ich jetzt absichtlich- ich übertreibe 😉 )oder dem Zeitpunkt der Registratur geordnet – oder wie auch immer .., unzählbare Seiten klicken …

    Was meinst Du, um wie viel grösser die Chance ist, Dich dort zu finden ?

    Für mich liegt sie schon mal bei Null, denn ich suche dort nicht – aber jeder ist ersetzbar, da rückte schon jemand nach. .

    Ich denke aber, im Bassin der Allgemeinheit wird das Unikat zum Üblichen.
    Ist der Gruppendrang nicht Radiergummi des Besonderen?

    Zu den 10 Meistgelesenen gehören nur 10 und der Meistgelesene ist nur einer.

    Wie wird der Meistgelesene zum Meistgelesenen? Durchs Finden?

    Und nun schließe ich den Kreis und verweise auf den Anfang dieses Kommentars:

    Es kann ja sein, ich habe andere Vorstellungen von „sowas“. Ich stelle mir vor, unzählbare Themen, Autoren von A-Z geordnet oder nach Alter, Schuhgrösse (Ja- das mache ich jetzt absichtlich- ich übertreibe 😉 )oder dem Zeitpunkt der Registratur geordnet, unzählbare Seiten klicken …… und so weiter …

    Beste Grüsse sende ich Dir aus Ungarn
    eine altersstarrsinnige (aber nicht dogmatische)
    charlotte

    • Charlotte,
      hm, gute Fragen… gute Argumente…
      Die Meistgelesenen gibt es ja schon, die werden sowieso gefunden. Mal abgesehen davon, dass die meistgekauften Bücher manchmal auch die am wenigsten gelesenen sind. Ich sag nur Proust…
      Ob das Auratische, das Besondere im Verzeichnis verloren geht? Manchmal bestimmt… Bei ‚Gebrauchstexten‘ (wozu ich etwa meine zählen würde), eher weniger.
      Über den Rest denke ich erstmal nach. Auf jeden Fall danke für die anregenden Anregungen. Denn wenn ich Finden will, finde ich ein Verzeichnis grandios, was ich mir vom Gefundenwerden versprechen würde, weiß ich noch nicht so genau. Vielleicht ist das ‚Verpuffen‘, aus dem heraus der Beitrag ja entstand, einfach nur Einstellungssache… Ich muss nachdenken.
      Kontemplative Grüße 😉
      Franziska

      • Dass die Unerwartetheit beim Finden ihren eigenen Wert hat, dem würde ich unbedingt zustimmen.

        Vielleicht bräuchte es so etwas wie einen Überraschungs-Koeffezienten in der Bewertung, statt einem simplen „Like“: Einen Klick, der den Neuigkeits- oder Originalitätsgrad eines Blogposts einfängt und ihn in der Sammlung quantifiziert?

        Mit einer solch, erst mal freien und subjektiven, sich in einer Näherung – in der Masse – aber bald wieder ausgleichenden und trotzdem weiter dahin anreichernden Auswahl, könnte man erst einmal starten. (Die, die für sich nix finden oder damit nichts anfangen können gehen wieder; die, denen es einleuchtet wollen vielleicht beitragen?)

        Jeder sammelt x für ihn herausragende Blogposts, die ein Thema wert-zu-lesen behandeln. Allzu verschrobene fallen dann bald nach hinten, die, die „geteilt“ werden, reichern sich weiter an und bestimmen in der Summe einen Trend? Einen hoffentlich positiven …

        (Oder bin ich da zu optimistisch?) 🙂

  6. Es tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte, Franziska.
    (Wie mir das Support-Team von WordPress mitteilte, gibt es zur Zeit technische Probleme beim Versenden der automatischen E-Mail-Benachrichtigungen beim Erscheinen neuer Beiträge). Darum habe ich gar nicht mitbekommen, dass dieser schöne Artikel schon online ist, der unser kurzes Kommentar-Gespräch so schön ausführlich einfängt und aufarbeitet.

    Die Argumente in den Kommentaren hier sind sehr stark. Ich bleibe jedoch dabei, dass eine Sammlung, eine schöne Sache wäre. Denn diese Sammlung wäre dann ja wie ein kleines Büchlein zum Nachschlagen, in dem eine oder einer Information findet, wenn er sie sucht.
    Natürlich hat das nichts mehr vom überraschenden Auffinden eines Blog-Eintrags und untergräbt auch das flüchtige Moment der Blog-„Publikation“. Aber es steht ja auch eine andere Absicht dahinter: das Sammeln und Bereitstellen.

    Ich finde die Idee nach wie vor sehr spannend und gut.

    • Hallo Sebastian!
      Soviel zum Thema ‚Verpuffen‘. 😉 Nein, Quatsch mit Soße. Ich denke immernoch über Charlottes und Rainers Worte nach. Aber wordpress macht mir mit dem Reader und den Benachrichtigungen gerade auch zu schaffen – also in Sachen ‚Nachlese‘. Kam denn ein Pingback bei Dir an? So richtig scheint das auch nicht zu funktionieren – oder ich mach was falsch.
      Für mich sind die Argumente in den Kommentaren wirklich stark. Zudem denke ich, dass die Menschen es müde sind, sich irgendwo anzumelden oder Links zu sähen. Verstehe ich, zu viele gescheiterte ambitionierte Projekte. Da dümpelt so einiges vor sich hin. Wahrscheinlich muss wirklich erst noch ein ‚Riese‘ aus dem Nichts auftauchen und solch ein Meta-Projekt mit entsprechenden Ressourcen durchziehen… Der ‚Flair‘ ist mit den Automaten dann freilich weg. Um es richtig richtig zu machen, fehlt mir allein aber auch die Zeit und nicht zuletzt der ‚Einfluss‘. Doch aufgeben will ich die Idee, ähm Utopie, freilich nicht. Was ich mir momentan zutraue, wäre ein extra Blog, in dem ich (sehr sehr gern natürlich auch ‚wir‘!) einfach nur ‚wertvolle‘ Blogartikel sammeln und verlinken würde. Weitestgehend ohne eigene Texterei. Über die Kommentarfunktion o.Ä. könnten Interessierte ja dann gern auch Hinweise geben. Vielleicht ja mehrere Admins oder sowas. Also erstmal ein ziemlich persönliches Archiv. 😉 Weißt Du vielleicht, wo ich eine Website im wordpress.com-Stil kostenlos bis kostengünstig erstellen könnte (weil ich eben gern nach Themen/Kategorien ordnen würde und nicht im Sog der Timeline)? Mixxt hatte ich schon mal geguckt, aber das ist wirklich eher für klassische Communitys. Also, ich lass erstmal nicht locker! 😉
      Lieben Dank für Deine Ideen und die Motivation!!!
      Fröstelnd grüßt
      Franziska

  7. Hi Franziska!

    Die Umsetzung, ja, die ist ein Problem; und da ich leider auch nicht so der Internetseiten-Ersteller-Fuchs bin, weiß ich nicht, wo man kostenlos eine geeignete Homepage einrichten könnte. Okay, eine Möglichkeit gäbe es, nämlich eine Seite über wordpress.org aufzusetzen. Da kann man die Inhalte und das Layout selbst gestalten und steuert die Seite über FTP an und nicht nur über ein Web-Interface (wie auf wordpress.com). Aber auch hier wieder: Von der Programmierung verstehe ich leider zu wenig.

    Gerne bin ich natürlich dabei, sobald sich in diese Richtung etwas entwickeln sollte. Die Idee finde ich nach wie vor sehr gut, jedoch muss sich die Umsetzung meines Erachtens schon unterscheiden von einem reinen Reblog-Blog, denn das wäre ja nur so, als schmückte man sich mit fremdem Garn.

    Einwurf: Eines ist mir gerade noch eingefallen: http://paper.li/ Da kann man eine Art Zeitschrift herausgeben, die man mit Inhalten anderer Seiten füllt. Ob sich das allerdings für dieses Projekt anbietet … ich weiß nicht so recht. Du kannst es dir ja einmal anschauen.

    Es bleibt spannend! 🙂

    Liebe Grüße
    Sebastian

    • Hallo Sebastian!

      Ja prima, wordpress.org wäre wohl wirklich eine Möglichkeit. Re-Blog-Blog würde ich auch nicht wollen – wäre wohl ein merkwürdiges Format. Paper.li find ich auch ganz gut.
      Die Idee habe ich erstmal geparkt und gespeichert. Alles was mir an ‚Blog-Aggregatoren‘ gerade so begegnet, ‚teste‘ ich an den hier ausgesprudelten Vorschlägen und Kritikpunkten. Sinn macht es wohl nur in einem ‚gewissen Rahmen‘ (zumindest was überhaupt ein ‚Interesse‘ anbelangt).
      Also, auf ein Treffen im Hinterstübchen! 😉
      Ich wünsche einen schönen Abend!
      Blog-Süppchen köchelnde Grüße
      Franziska

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